Lederarten, Bezeichnungen und für das Arbeiten mit Leder verwendete Materialien




Klassifikationen der Lederarten

  • Narbenseite und Fleischseite
    Die Narbenseite ist die relativ glatte Außenseite der Tierhaut, wo Fell, Haare und eben auch Narben durch äußere Einwirkungen waren. Die Fleischseite dann analog die rauhe, vom Fleisch oder Fett getrennte Innenseite.
  • Glattleder
    Alle Leder mit erhaltener Narbenseite.
  • Rauleder
    Alle Lederarten ohne intakte Narbenseite, wie Nubuk, Spaltleder oder Velours.
  • Nubuk
    Wenn die intakte Narbenseite eines Glattleders leicht angeschliffen wird, wird es Nubuk genannt. Nubuk fehlt also die schützende Narbenseite, besitzt aber noch grösstenteils die Festigkeit und Stabilität eines Glattleders. Nubuk sieht auf den ersten Blick wie Spaltleder aus, ist aber feiner im Griff, qualitativ hochwertiger, robuster und natürlich auch teurer als letzteres.
  • Spaltleder
    Leder wird oft nach der Gerbung horizontal mittig gespalten, da es dann noch zu dick ist. Die obere Schicht mit der Narbenseite ist die qualitativ hochwertigere, da sie stabil, weitgehend wasserfest und vielseitig bearbeitbar ist. Die abgespaltene untere Schicht, das Spaltleder, ist weniger robust, reißfest und stabil aber weit durchlässiger für Feuchtigkeit und Nässe. Spaltleder ist dementsprechend weit preiswerter als Glattleder, zählt zu den Rauledern, und wird wie auch Nubuk gern dort verwendet, wo es auf hohe Atmungsaktivität oder nur auf eine angenehme Haptik ankommt.
  • Blankleder
    Vegetabil gegerbtes Glattleder vom Rind der Stärke 2-4mm, meist ungefärbt.
  • Geschirrleder
    Glattleder mit stark erhöhtem Fettanteil (15 - 25%), meist vom Rind. Bei diesem Leder wurde direkt nach der Gerbung der Fettgehalt durch Behandlung mit Fett, Talg oder Tran (manuelles "Schmieren" oder Faßfettung) oder auch durch Einbrennen erhöht (siehe auch M. C. Lamb,Ludwig Jablonski: "Lederfärberei und Lederzurichtung", Springer Berlin 1924, 34. Abschnitt "Schmieren und Einbrennen"). Geschirrleder ist weit witterungsbeständiger als normales Blankleder, eignet sich also selbst ohne weitere Oberflächenbehandlung für Gegenstände, die oft Wind und Wetter ausgesetzt sind.



Abschnitte der Tierhaut

Nach dem Gerben werden je nach Qualität und Quantität die ganzen Lederhäute noch aufgeteilt in Hälse, Flanken und Croupons (Kern), oder in Hechte bzw. Doppelhechte, siehe die gut beschriebenen Abschnitte der Tierhaut auf leder-info.de.




Garne

Selbst wenn man auf synthetische Garne verzichten will, bleibt zum Vernähen von Leder immer noch die Wahl zwischen Leinen-, Baumwoll- oder Mischgarnen. Wem allein die Verwendung biologisch erzeugter Garne wichtig ist, kann auf Mischgarne beruhigt zurückgreifen, wenn sie das GOTS-Siegel tragen.

Für mich war neben Herstellung und Nachhaltigkeit des Leinengarns noch eine Eigenschaft sehr wichtig: dessen Reißfestigkeit. Baumwolle reißt weit schneller als Leinen, ist zudem auch elastischer, was in meinen Augen eher Nach- als Vorteil ist. Ein zu elastisches Garn bewegt sich beim Sattlerstich in den Löchern, erzeugt so Reibung zwischen Garn und umgebenden Leder, was letztlich zu einer höheren Abnutzung beider Materialien führen kann als bei einem weniger elastischen Garn.


Leinengarn-Rolle braun 18/7

Ein paar Worte zu einer noch immer verwendeten Klassifikation von Leinengarnen: links braunes Leinengarn, gewachst, NeL 18/7. Die 7 bezeichnet die Zahl der Einzelstränge im Garn. NeL ("Number english linen count") ist ein englisches, grob geschätzt zwölf Millionen Jahre altes Maß von Leinengarnen: "The number of 300 yd lengths per 1 lb of yarn.", also wieviele 300 Yard lange Garnstränge ein englisches Pfund ergeben.

Ein Yard entspricht 0,9144m, 1 Pfund = 0,45359237kg. NeL 18 bedeutet also 18 * 300yd pro lb, 18/7 dann 18 * 300 * 0,9144 / 7 Meter pro 453,59237 Gramm, umgerechnet ca. 1,55 Meter pro Gramm. Mit dieser Angabe wird dem Fachmann natürlich sofort klar, welche Nadelstärke man braucht. Briten halt :), Durchmesser 0,7mm scheint wohl zu kontinental.

Leinengarn-Rolle natur 12/6

Die Rolle links der immer noch existierenden Gruschwitz Textilwerke AG enthält also 1,55 * 250 = 387,5m Leinengarn. Von diesem Garn hatte ich mal einen kleinen Karton auf Ebay ersteigert, aus alten DDR-Beständen, sozusagen ein Re-Import. Wer noch so eine Rolle brauchen kann, einfach bescheid sagen.

Anderes Beispiel rechts: Naturleinengarn, ungewachst, NeL 12/6. Ergibt 1,21 Meter pro Gramm. 0,8mm dick, wer metrisch kann.




Niete, Schrauben

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Wachse, Fette & Öle

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Kleber

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Farben

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Letzte Änderung: $Date: 2021-05-31 16:41:46 +0200 (Mo, 31 Mai 2021) $